Allgemein

Poesiealben – Freunde verewigen lassen und immer wieder erinnern

Das Poesiealbum – seit Generationen eine Art von Andenken, in das sich die Schulfreunde mit Sprüchen, Reimen, Zitaten, Zeichnungen oder Bildern verewigen. Schon die Eltern der Kinder, die heute in der Schule das eigene Poesiealbum herumreichen und in die der Klassenkameraden schreiben, erinnern sich noch gut an ihr eigenes Poesiealbum. In dieses haben Freunde der Schulzeit Verschiedenes eingetragen und somit ein Andenken geschaffen, das es sich auch noch nach mehreren Jahren lohnt, anzuschauen. Häufig werden heute noch dieselben Sprüche in ein solches Poesiealbum eingetragen wie früher. Denn oft erinnern sich die Eltern der Kinder an ihr eigenes Poesiealbum, kramen es heraus und die dort aufgeführten Eintragungen werden weiter verwendet. Diese traditionsreiche Form des Schaffens eines Erinnerungsstücks kennt noch heute fast jeder und seit vielen Generationen bietet das Poesiealbum die Möglichkeit, die Menschen, die einen bestimmten Abschnitt des Lebens begleitet haben, so schnell nicht zu vergessen.

 

 

Lange Tradition seit dem 16. Jahrhundert

Der Brauch des Poesiealbums entstand schon Ende des 16. Jahrhundert. Damals handelte es sich dabei aber noch um Eintragungen in ein Stammbuch. In dieses wurden die Namen, das Wappen und ein Wahlspruch geschrieben. Schon in dieser Zeit war es üblich, guten Freunden dieses Stammbuch zu geben. Im Laufe der Jahrhunderte weiteten sich die Eintragungen dann auf Widmungen, Zeichnungen und Sinnsprüche aus. Vor allem das 19. Jahrhundert gilt als Zeit, in der diese Art von Erinnerungsbuch verbreitet war. Allerdings unterschied sich die Zielgruppe von Poesiealben damals noch von der heutigen. In der Regel nutzten es nur Erwachsene und dabei vor allem literarische Zirkel, deren Mitglieder sich gegenseitig mit Versen und künstlerischen Beiträgen in solchen Alben verewigten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts war es dann vor allem bei Kindern beliebt, ein solches Album zu haben, in das nur gute Freunde sich eintragen durften. Ein Schlüsselchen wurde häufig dazu benutzt, das Poesiealbum zu verschließen. Durfte man sich in das Poesiealbum eines anderen eintragen, galt das als Vertrauens- und Freundschaftsbeweis. Seit einiger Zeit hat sich neben dem Poesiealbum auch noch eine weitere Form entwickelt – das Freundschaftsbuch. Dabei werden spezielle Angaben zu Name, Hobbys usw. gemacht und auch das Einkleben eines Fotos der eigenen Person, ist bei einem solchen Freundschaftsbuch vorgesehen.

Einige Regeln bei den Eintragungen in ein Poesiealbum

In der Regel dient die rechte Seite einer Doppelseite in einem Poesiealbum dazu, Sprüche und Reime einzutragen und auf der linken Seite ist dann Platz für Zeichnungen und Fotos, also jegliche Art von Verzierungen. Auch die erste Seite und die letzte Seite sind in der heutigen Zeit für bestimmte Eintragungen vorbestimmt. Auf der ersten Seite steht häufig „…reißt mir keine Blätter raus, sonst ist es mit der Freundschaft aus…“ oder ähnliches und auf der letzten Seite findet sich häufig der Spruch „ich habe mich hier angewurzelt, damit niemand aus dem Album purzelt“. Ein Poesiealbum vereinigt so Tradition und Kreativität. Denn jeder hat dabei die Freiheit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, wobei sich einige Regeln im Laufe der Zeit herausgebildet haben, die noch heute eingehalten werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.